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Selbsthypnose lernen - Online Ausbildung

Wenn die Angst kommt: Warum du mit Selbsthypnose tiefer ansetzen kannst

Autorenbild: Stefanie Baumeister
Stefanie Baumeister
28. Aug.
5 Min. Lesezeit

Was ist das Erste, was du merkst, wenn deine Angst kommt?

Ist es dein Herz?

Dieses plötzliche Herzklopfen oder Herzrasen?

Wird dir schwindelig? Bekommst du schlecht Luft? Wird dir heiß? Fangen deine Hände an zu zittern?

Oder ist es gar nicht zuerst dein Körper, sondern dieser eine Gedanke:

„Oh nein. Nicht schon wieder.“

Menschen erleben Angst ganz unterschiedlich. Und trotzdem gibt es etwas, das viele kennen:

Wenn die Angst erst einmal da ist, kann sie sich unglaublich schnell entwickeln.

Ein körperliches Gefühl.

Ein Gedanke.

Noch mehr Aufmerksamkeit auf den Körper.

Noch mehr Angst.

Und plötzlich bist du mittendrin.



Wenn aus einem kleinen Signal plötzlich Angst wird

Vielleicht kennst du das.

Du bemerkst, dass dein Herz schneller schlägt.

Und sofort richtet sich deine Aufmerksamkeit darauf.

Warum schlägt mein Herz so schnell?

Du kontrollierst deinen Puls.

Jetzt bemerkst du auch deine Atmung.

Atme ich eigentlich normal?

Vielleicht wird dir ein bisschen schwindelig.

Und schon kommt der nächste Gedanke:

Was ist, wenn es schlimmer wird?

Innerhalb kürzester Zeit kann aus einem einzigen körperlichen Signal eine ganze Kette von Reaktionen entstehen.

Und irgendwann möchtest du nur noch eines:

Dass die Angst aufhört.



Warum „Beruhig dich“ bei Angst oft nicht reicht

Wer Angst kennt, kennt wahrscheinlich auch gut gemeinte Sätze wie:

„Du brauchst doch keine Angst zu haben.“

„Denk einfach an etwas anderes.“

„Beruhig dich.“

Das Problem daran?

In dem Moment, in dem dein inneres Alarmsystem bereits angesprungen ist, hilft eine rationale Erklärung nicht immer weiter.

Denn Angst besteht nicht ausschließlich aus bewussten Gedanken.

Sie kann mit körperlichen Reaktionen, Erinnerungen, Erwartungen, inneren Bildern und erlernten Verknüpfungen verbunden sein.

Dein System hat möglicherweise irgendwann gelernt:

Diese Situation bedeutet Gefahr.

Und Lernen kann sehr schnell gehen.



Dein Gehirn lernt auch durch Vermeidung

Stell dir vor, du bekommst in einem Geschäft plötzlich starke Angst.

Du gehst raus.

Draußen lässt die Angst langsam nach.

Natürlich bist du zunächst erleichtert.

Doch gleichzeitig kann etwas anderes passieren:

Dein Gehirn bekommt eine Information.

Drinnen war die Angst. Draußen wurde es besser.

Beim nächsten Mal wirst du vielleicht schon vor dem Geschäft unruhig.

Also gehst du gar nicht erst hinein.

Wieder sinkt deine Angst.

Und wieder kann dein Gehirn lernen:

Vermeiden funktioniert.

Genau deshalb kann Angst irgendwann anfangen, dein Leben immer stärker einzuschränken.

Nicht weil du schwach bist.

Sondern weil unser Gehirn unglaublich gut darin ist, Dinge zu lernen, die uns vermeintlich vor Gefahr schützen.



Der tiefere Kern deiner Angst

Wenn Menschen sagen, sie möchten ihre Angst lösen, wollen sie verständlicherweise meistens zuerst die Symptome loswerden.

Das Herzrasen.

Die innere Unruhe.

Den Schwindel.

Die Panik.

Doch das Symptom ist nicht unbedingt der Anfang der Geschichte.

Darunter können automatische Bewertungen und Verknüpfungen liegen:

Das ist gefährlich.

Ich halte das nicht aus.

Ich verliere die Kontrolle.

Ich kann hier nicht weg.

Etwas Schlimmes wird passieren.

Manche dieser inneren Muster sind uns bewusst.

Andere laufen so automatisch ab, dass wir sie erst bemerken, wenn unser Körper längst reagiert.

Und genau deshalb lohnt es sich, bei Angst nicht ausschließlich über das Symptom nachzudenken.

Die spannendere Frage lautet:

Was bringt dein inneres System überhaupt dazu, Alarm auszulösen?



Was hat das mit dem Unterbewusstsein zu tun?

Der Begriff Unterbewusstsein klingt manchmal geheimnisvoller, als er sein muss.

Gemeint sind damit unter anderem Prozesse, die nicht ständig bewusst gesteuert werden: erlernte Verknüpfungen, Erwartungen, automatische Reaktionen, innere Bilder und Gewohnheiten.

Du musst schließlich auch nicht jeden Morgen neu darüber nachdenken, wie du deine Schuhe bindest.

Dein Gehirn hat es gelernt.

Und auch emotionale Reaktionen können gelernt werden.

Genau an diesem Punkt wird Selbsthypnose bei Angst interessant.



Wie kann Selbsthypnose bei Angst helfen?

Hypnose ist kein Schlaf und kein Zustand, in dem du die Kontrolle abgibst.

Sie arbeitet vielmehr mit fokussierter Aufmerksamkeit.

Bei der Selbsthypnose lernst du, diesen Zustand selbst herzustellen und gezielt zu nutzen.

Dabei können zum Beispiel innere Vorstellungen, Suggestionen, körperliche Wahrnehmungen und neue Reaktionsmöglichkeiten eine Rolle spielen.

Das Entscheidende ist:

Du beschäftigst dich nicht ausschließlich damit, was du bewusst denken möchtest.

Du arbeitest auch mit den automatischen Mustern, die dein Erleben beeinflussen.



Warum Selbsthypnose mehr sein kann als „positiv denken“

Wenn deine Angst kommt, hilft dir ein Satz wie

„Ich habe keine Angst.“

wahrscheinlich herzlich wenig.

Vor allem dann, wenn in dir gerade alles Alarm schlägt.

Selbsthypnose bedeutet deshalb nicht, dir einzureden, dass deine Angst nicht existiert.

Und sie bedeutet auch nicht, unangenehme Gefühle einfach wegzuhypnotisieren.

Viel interessanter ist etwas anderes:

Du kannst lernen, deine Reaktion auf innere und äußere Auslöser zu beeinflussen.

Du kannst mit Vorstellungen arbeiten.

Mit Aufmerksamkeit.

Mit Erwartungen.

Mit automatisierten Gedanken.

Und mit den inneren Verknüpfungen, die sich möglicherweise über Jahre entwickelt haben.



Selbsthypnose lernen bedeutet: früher eingreifen

Vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Gedanken.

Du musst nicht erst warten, bis deine Angst bei 100 Prozent angekommen ist.

Je besser du deine eigenen Abläufe kennenlernst, desto früher kannst du bemerken:

Ah. Da beginnt es.

Vielleicht ist dein erstes Signal ein schnellerer Puls.

Vielleicht verändert sich deine Atmung.

Vielleicht wird dein Blick enger.

Vielleicht beginnt dein Kopf sofort, Katastrophenszenarien zu produzieren.

Oder vielleicht kommt bei dir zuerst dieser typische Drang:

Ich muss weg.

Wenn du deine persönlichen Muster kennst, kannst du lernen, früher Einfluss auf diesen automatischen Ablauf zu nehmen.


Und genau deshalb ist es so wertvoll, nicht nur zu fragen:

„Wie bekomme ich meine Angst weg?“

Sondern:

„Was passiert eigentlich in mir, bevor meine Angst mich vollständig mitreißt?“


Angst lösen bedeutet nicht, nie wieder Angst zu haben

Angst gehört zu uns.

Sie ist ein wichtiges Schutzsystem.

Das Ziel kann deshalb nicht sein, jede Form von Angst aus deinem Leben zu entfernen.

Entscheidend ist vielmehr die Frage:

Bestimmt die Angst über dein Leben – oder kannst du trotz Angst wieder selbst entscheiden?

Selbsthypnose kann dabei ein Werkzeug sein, mit dem du lernst, bewusster mit deinen inneren Reaktionen umzugehen.

Nicht gegen dich.

Nicht gegen deinen Körper.

Und auch nicht gegen deine Angst.

Sondern indem du beginnst zu verstehen, wie dein eigener automatischer Ablauf funktioniert – und wo du ihn verändern kannst.


Was ist das Erste, was du merkst, wenn deine Angst kommt?

Bevor du jetzt weitergehst, beobachte dich einmal.

Nicht erst mitten in einer starken Angstreaktion.

Sondern ganz am Anfang.

Was kommt bei dir zuerst?

Herzrasen?

Schwindel?

Atemnot?

Übelkeit?

Zittern?

Ein Druckgefühl?

Ein bestimmter Gedanke?

Oder sofort der Wunsch, die Situation zu verlassen?

Denn genau dort beginnt etwas Spannendes:

Wenn du erkennst, wie deine Angst beginnt, kannst du anfangen zu lernen, früher mit ihr umzugehen.

Und Selbsthypnose kann eine Möglichkeit sein, nicht nur an der Oberfläche gegen das nächste Symptom zu kämpfen, sondern tiefer mit den automatischen Reaktionen und Verknüpfungen zu arbeiten, die dahinterliegen.

Nicht: Wie werde ich meine Angst möglichst schnell los?

Sondern:

Wie lerne ich, wieder selbst Einfluss darauf zu nehmen, was in mir passiert?

 
 
 

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