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Selbsthypnose lernen - Online Ausbildung

Verstehen ist noch nicht Verändern: Warum Selbsthypnose der Schritt dazwischen ist

Autorenbild: Stefanie Baumeister
Stefanie Baumeister
4. Sept.
4 Min. Lesezeit

Du hast verstanden, warum du so bist, wie du bist. Du kennst deine Muster. Du weißt vielleicht sogar ziemlich genau, wo sie entstanden sind. Du hast Bücher gelesen, Podcasts gehört, dich reflektiert, Gespräche geführt und irgendwann angefangen, dich selbst ziemlich gut zu kennen.


Und trotzdem gibt es dieses eine Thema, bei dem du immer wieder denkst: Warum ist es eigentlich immer noch da?


Warum habe ich immer noch Angst, obwohl ich weiß, dass mir nichts passiert? Warum kann ich diesen Menschen nicht loslassen, obwohl ich längst verstanden habe, dass die Beziehung vorbei ist? Warum lande ich immer wieder in denselben alten Mustern, obwohl ich sie inzwischen erkenne, während sie passieren? Warum fühle ich mich immer noch so, obwohl ich längst weiß, woher dieses Gefühl kommt?


Genau hier liegt ein entscheidender Unterschied:

Verstehen ist noch nicht Verändern.



Du wolltest nie Experte für dein Problem werden

Vielleicht kennst du inzwischen jede Erklärung für dein Problem. Du kannst deine Vergangenheit auseinandernehmen, deine Trigger benennen und ziemlich genau beschreiben, warum du in bestimmten Situationen reagierst, wie du reagierst.

Das kann unglaublich wertvoll sein. Verstehen schafft Orientierung. Es kann Zusammenhänge sichtbar machen und dafür sorgen, dass Dinge, die vorher völlig unverständlich erschienen, plötzlich einen Sinn ergeben.


Aber irgendwann kommt möglicherweise der Punkt, an dem du nicht noch genauer wissen möchtest, warum du in diesem verdammten Loch sitzt. Du möchtest da raus.


Du möchtest dein Problem nicht noch besser erklären können. Du möchtest es verändern.

Und genau an dieser Stelle wird Selbsthypnose interessant.



Dein Kopf kann etwas verstanden haben – und der Rest von dir macht trotzdem weiter

Wir Menschen funktionieren nicht ausschließlich über bewusstes Wissen.

Du kannst rational wissen, dass eine Situation ungefährlich ist, und trotzdem Angst fühlen. Du kannst wissen, dass eine Beziehung vorbei ist, und innerlich trotzdem auf diesen Menschen warten. Du kannst erkennen, dass du gerade wieder in ein altes Muster rutschst – und es trotzdem tun.

Das ist kein Widerspruch.

Unser Erleben wird nicht nur davon beeinflusst, was wir bewusst wissen. Aufmerksamkeit, Erwartungen, innere Bilder, gelernte Reaktionen, Gefühle und automatisierte Verhaltensweisen spielen ebenfalls eine Rolle.


Deshalb kann dein Kopf längst sagen: „Ich hab’s verstanden.“


Während etwas anderes in dir offenbar noch nach den alten Regeln arbeitet.

Und genau deshalb reicht es für Veränderung nicht immer aus, sich selbst noch besser zu erklären.



Selbsthypnose ist das Werkzeug zwischen „Ich hab’s verstanden“ und „Ich hab’s verändert“

Selbsthypnose bedeutet, Hypnose selbstständig anzuwenden. Dabei richtest du deine Aufmerksamkeit gezielt nach innen und arbeitest bewusst mit Gedanken, Vorstellungen, Suggestionen, Erwartungen, Gefühlen und deinem inneren Erleben.


Oder viel einfacher gesagt:

Selbsthypnose ist bewusste, selbstgesteuerte Kommunikation mit dir selbst.


Denn genau das tun wir ohnehin jeden Tag. Wir sprechen innerlich mit uns. Wir stellen uns Situationen vor. Wir erwarten bestimmte Dinge. Wir erinnern uns. Wir bewerten. Wir erzeugen innere Bilder und reagieren emotional auf sie.

Selbsthypnose erfindet diese Fähigkeiten nicht neu.


Sie macht sie gezielt nutzbar.


Statt deinem inneren Erleben ausschließlich zuzusehen, beginnst du, bewusst damit zu arbeiten.

Und das ist der entscheidende Unterschied.



Veränderung muss irgendwann mehr werden als ein Gedanke

Vielleicht hast du dir schon hundertmal vorgestellt, wie dein Leben sein soll.

Ich möchte selbstbewusster sein. Ich möchte endlich loslassen. Ich möchte keine Angst mehr haben. Ich möchte mich entscheiden können. Ich möchte aufhören, ständig zu grübeln. Ich möchte nicht immer wieder in dieselben Muster zurückfallen. Ich möchte endlich wieder leben.

Das Problem ist nicht unbedingt, dass du Veränderung nicht genug willst.

Du kannst Veränderung jeden verdammten Tag wollen.

Wollen verändert noch nichts.

Veränderung bleibt ein Wunsch, solange sie ausschließlich etwas ist, über das du nachdenkst.


In der Selbsthypnose arbeiten wir deshalb nicht nur mit der intellektuellen Beschreibung eines gewünschten Zustands. Wir beziehen unter anderem Vorstellung, Aufmerksamkeit, Gefühle, Erwartungen und körperliches Erleben mit ein.

Du denkst also nicht ausschließlich darüber nach, wie es wäre, anders zu reagieren. Du beschäftigst dich gezielt damit, diese andere Reaktion innerlich vorstellbarer und erlebbarer zu machen.


Nicht nur anders denken. Anders erleben.



Was hat das mit dem Unterbewusstsein zu tun?

Der Begriff „Unterbewusstsein“ klingt manchmal, als gäbe es irgendwo tief in unserem Kopf einen geheimen Raum, in dem ein kleiner Mitarbeiter sitzt, der seit 1997 unsere Probleme verwaltet.

So funktioniert es natürlich nicht.

Wenn wir im Alltag vom Unterbewusstsein sprechen, können wir damit all die Prozesse beschreiben, die nicht permanent unter unserer bewussten Kontrolle stehen: automatische Reaktionen, gelernte Erwartungen, Gewohnheiten, emotionale Reaktionen und vieles mehr.

Du musst schließlich morgens nicht erst eine PowerPoint-Präsentation darüber halten, wie du deine Zähne putzt. Viele Abläufe funktionieren automatisch.

Und leider gilt das nicht nur für die Dinge, die uns gefallen.

Auch bestimmte Ängste, Erwartungen, Gedankenketten und Verhaltensmuster können irgendwann so vertraut geworden sein, dass sie scheinbar von allein anspringen.


Automatisch bedeutet aber nicht automatisch unveränderbar.

Genau hier setzt die Arbeit mit Selbsthypnose an.



Du brauchst keine weitere Erklärung für dein Problem. Du brauchst einen Weg, damit zu arbeiten.

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem du gerade stehst.

Du hast gesucht. Gelesen. Nachgedacht. Reflektiert. Vielleicht hast du dabei unglaublich viel über dich gelernt.

Dann war dieses Wissen nicht umsonst.

Aber vielleicht möchtest du jetzt den nächsten Schritt machen.

Nicht noch ein Buch darüber lesen, wie Veränderung funktioniert. Nicht noch eine Erklärung sammeln, warum du fühlst, was du fühlst. Nicht noch besser darin werden, dein Problem zu beschreiben.

Sondern lernen, selbst mit deinem inneren Erleben zu arbeiten.

Denn irgendwann willst du Veränderung nicht mehr suchen.

Du willst sie erleben.

Und genau deshalb ist Selbsthypnose für mich nicht einfach nur eine Entspannungsmethode.

Sie ist ein Werkzeug.

Ein Werkzeug für den Unterschied zwischen:

„Ich hab’s verstanden.“

und

„Ich hab’s verändert.“

 
 
 

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