Was ist Selbsthypnose? Und warum sie nichts mit Kontrollverlust zu tun hat.
- Stefanie Baumeister

- 18. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Wenn Menschen das Wort Hypnose hören, denken viele zuerst an Bühnenshows. An Menschen, die plötzlich gackern wie Hühner oder scheinbar willenlos Befehle ausführen.
Genau dieses Bild hält viele davon ab, sich überhaupt mit Hypnose zu beschäftigen.
Dabei hat Selbsthypnose damit nur wenig gemeinsam.
Selbsthypnose bedeutet nicht, die Kontrolle zu verlieren.
Sie bedeutet, die Kontrolle über deine Aufmerksamkeit zurückzugewinnen.
Im Alltag läuft unser Gehirn erstaunlich oft auf Autopilot. Gedanken kommen und gehen, Gefühle entstehen scheinbar aus dem Nichts und bevor wir überhaupt bewusst darüber nachdenken, reagieren wir bereits.
Wir ärgern uns.Wir machen uns Sorgen.Wir zweifeln an uns.Oder wir greifen automatisch zu Verhaltensweisen, die wir eigentlich längst verändern wollten.
Nicht, weil wir schwach sind.
Sondern weil unser Gehirn gelernt hat, auf bestimmte Situationen immer wieder gleich zu reagieren.
Genau hier setzt Selbsthypnose an.
Was passiert bei der Selbsthypnose?
Selbsthypnose ist eine Methode, mit der du einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit bewusst herbeiführen kannst.
Dieser Zustand wird häufig als Trance bezeichnet.
Dabei schläfst du nicht ein.Du bist auch nicht bewusstlos.
Im Gegenteil.
Du richtest deine Aufmerksamkeit gezielt nach innen und blendest äußere Reize für einen Moment aus. Dadurch entsteht ein Raum, in dem Veränderung oft leichter möglich wird.
Wobei kann Selbsthypnose helfen?
Selbsthypnose wird von vielen Menschen genutzt, um:
Stress zu reduzieren
innere Ruhe zu finden
Ängste besser zu regulieren
Gewohnheiten zu verändern
den Schlaf zu verbessern
die Konzentration zu fördern
das eigene Selbstvertrauen zu stärken
Sie ist kein Wundermittel.
Aber sie ist ein Werkzeug.
Und wie jedes Werkzeug entfaltet sie ihre Wirkung erst dann, wenn man lernt, sie richtig anzuwenden.
Warum funktioniert Selbsthypnose?
Viele Menschen versuchen Veränderungen allein über den Verstand.
Sie sagen sich:
“Ich darf keine Angst haben.”
“Ich muss endlich gelassener werden.”
“Ich weiß doch, dass das Quatsch ist.”
Das Problem ist:
Verstehen verändert noch nichts.
Unser Verhalten wird nicht nur durch Wissen beeinflusst, sondern auch durch Gewohnheiten, Erfahrungen, Gefühle und automatische Reaktionsmuster.
Selbsthypnose schafft einen Zugang zu genau diesen unbewussten Prozessen.
Nicht, indem sie den Verstand ausschaltet.
Sondern indem sie ihn ergänzt.
Muss ich daran glauben?
Nein.
Selbsthypnose funktioniert nicht, weil man daran glaubt.
Sie funktioniert auch nicht, weil jemand besondere Kräfte besitzt.
Sie ist eine Technik, die sich erlernen lässt.
Je regelmäßiger sie angewendet wird, desto leichter fällt es vielen Menschen, in diesen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit zu gelangen.
Mein Fazit
Selbsthypnose ist weder Magie noch Kontrollverlust.
Sie ist eine Möglichkeit, bewusster mit dir selbst umzugehen und Einfluss auf Prozesse zu nehmen, die sonst automatisch ablaufen.
Denn Veränderung beginnt oft nicht damit, dass wir mehr wissen.
Sondern damit, dass wir lernen, anders mit unserem Inneren umzugehen.
Hypnotische Grüße
Steffi
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